Abstrakte Kunst und Abstrakte Malerei

Gepostet am Mrz 3, 2010 in Kunst & Kultur | Keine Kommentare

Die Abstrakte Kunst bezeichnet eine Stilrichtung, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte. Bei ihren Vertretern handelt es sich ausschließlich um Künstler, die sich mit den dargestellten Formen und Farben nicht auf die Imitation realistischer Objekte bezogen, sondern in Bezug auf Logik vielmehr nach Autonomie suchten. Dabei entstand die Abstrakte Kunst sicherlich in nicht unerheblichem Maße vor dem Hintergrund, dass sich die Fotographie in technischer Hinsicht immer weiter entwickelte und die Wirklichkeit detailgetreuer abbilden konnte, als dies – in dieser Qualität – jemals ein Künstler vermocht hätte. Die Abstrakte Kunst ist somit unmittelbar aus dem Streben nach Abgrenzung von der zuvor als Ideal geltenden präzisen Wiedergabe der Natur entstanden und wird daher auch als „gegenstandslose Kunst“ bezeichnet.


Der Begriff Abstrakte Kunst lässt sich vom lateinischen Wort „abstrahere“ für Entfernen bzw. Abziehen ableiten, welches sich in diesem Zusammenhang auf die Entfernung von der Gegenständlichkeit bezieht. Zum den bekanntesten Vertretern, die die Abstrakte Kunst hervorgebracht hat, zählt zweifelsohne der russische Maler Wassily Kandinsky, der sein erstes abstraktes Werk nach eigener Aussage im Jahre 1911 anfertigte; inzwischen geht man allerdings davon aus, dass dieses Bild etwas später entstanden sein muss. Zu Beginn der Epoche Abstrakte Kunst existierten – im Gegensatz zu anderen Stilistiken wie etwa der des Expressionismus und der Gruppe „die Brücke“ – keine Vorreiter, die diese Richtung begründeten; die Maler, die sich gegen die Objektbezogenheit in der Malerei wandten, waren Mitglieder unterschiedlicher Schulen. Nichtsdestotrotz breitete sich die Abstrakte Kunst seit 1910 sehr schnell innerhalb Europas aus und zählt bis heute zu den wesentlichen Strömungen moderner Kunst. Als das Werk, das nicht selten als Paradebeispiel für die Abstrakte Kunst herangezogen wird, gilt „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“, das im Jahr 1915 von Kasimir Melewitsch geschaffen wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich nicht allein die Abstrakte Kunst: Parallel dazu entstand Arnold Schönbergs atonale Musik, die sich im Wesentlichen durch die Lösung der einzelnen Töne von einem festgelegten tonalen Zentrum charakterisieren lässt.

Der enge Zusammenhang zur Entfernung vom Gegenstand in Bezug auf die Abstrakte Kunst ist hier offensichtlich. Bereits kurz nachdem sich die Abstrakte Kunst entwickelt hatte, spaltete sie sich in unterschiedliche Stilrichtungen: Man unterscheidet zunächst zwischen expressiver und geometrischer Abstraktion – eine Aufteilung, die einzig vor dem visuellen, nicht aber vor dem methodischen Hintergrund vorgenommen wurde. Weitere Stichworte sind zum Beispiel Tachismus, Action Painting oder Minimal Art. Die Abstrakte Kunst war zu Beginn natürlich äußerst umstritten, behauptet ihren Stellenwert in der Kunstszene jedoch bis heute mühelos.


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