Die Wahl des richtigen Malmittels

3. März 2010 | Von | Kategorie: Hobby & Freizeit

Wer sich – professionell oder auch als Hobby – mit der Malerei beschäftigen möchte, muss sich zunächst für eine der bekannten Techniken entscheiden. In Bezug auf das verwendete Malmittel steht hier etwa die Ölmalerei, die noch immer als die Königsdisziplin gehandelt wird, zur Auswahl. Bei diesem Malmittel handelt es sich vorwiegend um Leinöl, das in den meisten Fällen in Verbindung mit Terpentin verwendet wird. Ein Nachteil dieser Farbe besteht darin, dass es leicht zur Bildung von Rissen kommen kann, weshalb das Malmittel zum Schutz vor diesem ungewollten Prozess häufig nachträglich mit einem Bindemittel versehen wird, das man auch als Firnis bezeichnet.

Bereits im 15. Jahrhundert entstanden ist die Technik der Ölmalerei die älteste Methode, die auch heute noch zum Einsatz kommt. Das Malmittel Öl löste während dieser Zeit die Temperafarben ab, die aus Pigmenten und einer Emulsion aus Öl und Wasser hergestellt wurden und im Hinblick auf die Arbeitsweise vielerlei Nachteile bargen. Hierzu gehört beispielsweise die Tatsache, dass das Arbeiten mit dem Malmittel Tempera große Erfahrung voraussetzt, da die Farbe gestrichelt und mehrmalig aufgetragen werden muss. Darüber hinaus entspricht die Farbe beim Malen nicht desjenigen Tons, der sich erst nach dem Trocknen herausstellt. Dieses Malmittel gilt in Bezug auf seine Konsistenz als wenig flexibel und muss, da die zugrunde liegende Emulsion nur kurz haltbar ist, rasch aufgebraucht werden. Das Malmittel Gouache hingegen ist seit dem Beginn des Mittelalters bekannt, fand jedoch auch erst im 15. Jahrhundert unter Künstlern Verwendung. Für Gouachen werden Pigmente mit Gummi Arabicum gebunden und sind sowohl vor, als auch noch nach dem Trocknen in Wasser lösbar. Auch das Malen mit diesem Malmittel setzt einige Erfahrung voraus, da die Gouache erstens nicht einfach verrieben werden kann, um gewünschte Farbübergänge zu erzielen und sich zweitens die Farbnuancen ändern, wenn das fertige Gemälde getrocknet ist. Zu den bekanntesten Verwendern von Gouache als Malmittel zählen Dürer, Raffael, Chagall und Matisse.

Ein im Gegensatz zu den anderen sehr neues, da erst in den 1950er Jahren entstandenes Malmittel ist die Acrylfarbe, welche sich aufgrund ihrer Vielseitigkeit immer größerer Beliebtheit erfreut. Bei diesem Malmittel kommt es auch nach dem Auftragen mehrerer Farbschichten nicht zur Bildung von Rissen; es ist darüber hinaus wasserfest und eignet sich für nahezu jeden Malgrund. Zwar verfügt die Acrylfarbe nicht annähernd über eine Tradition wie etwa Öl, Tempera oder Gouache, dennoch hat sie sich aufgrund ihrer positiven Eigenschaften und der Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten schnell zu einem sehr beliebten Malmittel entwickelt.


Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren:
Tags: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar